Alpheus soror
Aus Meerwasserwiki
Augenfleck-Knallkrebs
- Herkunft: Malediven, Sri Lanka, Philippinen
- Größe: bis 8 cm
- Futter: Artemia, Frostfutter, Krill, Mysis, Garnelen
- Beckengröße: ab 100 Liter
Der farblich dekorativste Knallkrebs ist der Augenfleck-Knallkrebs (Alpheus soror), welcher erst vor kurzem wissenschaftlich beschrieben wurde. Er wird gelegentlich in Lieferungen aus Sri Lanka als "Natantia sp. yellow" für den Aquaristikmarkt importiert, ist jedoch oft sehr teuer.
Diese Art lebt nicht mit Partnergrundeln zusammen.
Der mit 8 cm Körperlänge recht große Knallkrebs erscheint sehr ruppig, attackiert Garnelen und Einsiedler, jedoch greift er z.B. Amblygobius aurora im Aquarium nicht an, wenn diese Grundel in seine Nähe kommt. Eine gemeinsame Wohnhöhle wird nicht bezogen.
Was noch gegen eine Symbiose mit Grundeln spricht, ist das recht gute Sehvermögen dieses Krebses. Er reagiert immerhin auf Hell-Dunkel-Bewegungen im Abstand von bis zu 1 m vor dem Aquarium. Erstaunlicherweise harmonisierten die Knallkrebse recht gut mit Pseudochromis fridmani in einer Dekorationsspalte (Antennenkontakt, kein Knallen).
Die beiden Geschlechtspartner des von mir gepflegte Pärchens besaßen ihre Knallschere jeweils auf einer anderen Seite (siehe auch die beiden Fotos bei DEBELIUS 2000, S. 147). Bei meinem Männchen war die rechte Schere die Knallschere, beim Weibchen war sie links. Jedoch können die Tiere nach Verlust der Knallschere die zweite intakte Schere während der nächsten Häutung zur neuen Knallschere entwickeln.
Auch dieser Knallkrebs untergräbt die Dekoration und klettert in bodennahe Spalten. Dabei schüttete er beachtliche Sandhaufen neben die Steine. Im Aquarium werden immer dann neue Höhlen angelegt, wenn die Tiere trächtig sind, so dass der bevorzugte Unterschlupf seinen Standort ständig wechselt. Am Tag vor dem Schlupf stellen die eiertragenden Tiere ihre Nahrungsaufnahme ein und lassen sich nicht einmal durch stark "duftendes" Lockfutter beeindrucken. Ca. eine Stunde nach dem Verlöschen des letzten Lichtes lassen die Weibchen die pelagischen Larven frei. Diese Schwimmen zum Licht und können im Schein einer Taschenlampe abgesaugt werden.
In den ca. 10 cm tiefen Hälterungsgefäßen saßen die Larven an den Wänden oder schwammen kurz über dem Grund. Die Aufzucht scheint schwierig zu sein. Eine Nahrungsaufnahme wie bei parallel beobachteten Einsiedlerlarven (Artemia-Nauplien-Fütterung) konnte nicht beobachtet werden. Nach drei Tagen waren alle Larven plötzlich verendet. Die Einsiedlerlarven im gleichen Behälter überlebten diese Zeit.
André Luty
Literatur:
LUTY, A. (2001): Pistolenkrebse - die mit dem Knall.
Der MeerwasserAquarianer 5 (4): 60-71
--Hausi 15:30, 17. Jun. 2009 (UTC)
