Aquarium 300L Besatzvorschlag
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Mit diesem Besatz - Vorschlägen will und kann ich nur eine von vielen Möglichkeiten aufzeigen. Nicht jedem wird es gefallen, nicht jeder ist damit einverstanden. Es ist ein Besatz gewählt worden, der mir gefallen würde und unter Berücksichtigung der Becken - Größe und der Technik machbar ist. Was dem Einzelnen gefällt kann ich nicht beurteilen. Jeder soll seine eigene Vorstellungen und Wünsche in die Planung einbringen und dementsprechend sein Becken einrichten. Jedoch sollte man immer darauf bedacht sein, den Tieren ein möglichst natürliches und artgerechtes Umfeld zu bieten. Sofern das in einem Aquarium überhaupt möglich ist.
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Einsiedler
Zu den robusteren Tieren zählen zweifelsfrei Einsiedler Krebse. Es gibt einige verschiedene Arten, die sich hervorragend für die Pflege im Meerwasser - Becken eignen, so auch der Calcinus laevimanus. Wie schon beschrieben sind sie meist die ersten bewusst eingesetzten Bewohner. Abgesehen von der Tatsache das sie Algen futtern, sind diese Allesfresser als hervorragende Reste - Verwerter bekannt. Um ständige Streitereien um um ihre Schneckenhäuser einzudämmen, empfiehlt es sich eine entsprechende Auswahl in unterschiedlichen Größen ins Becken zu geben. Während ihrer Wachstumsphase wechseln die Krebse dann ihre Häuschen. In unser Aquarium sind 5 Einsiedler Calcinus laevimanus und 5 Calcinus latens eingezogen.
Schnecken
Ebenfalls einer der ersten Bewohner ist die sogenannte Turboschnecke Tectus niloticus, da auch sie zu den Algenvernichtern gehört. Sie ist leicht durch ihr kegelförmiges Gehäuse zu erkennen und kann bis zu 10 cm groß werden. Allerdings habe ich noch nie so große Exemplare in einem Aquarium gesehen. Von dieser Schnecke werden 5 Stück eingesetzt.
Fische
Grundsätzliches zu Fischen: Jeder möchte eigentlich Fische halten, denn so kommt Bewegung in das Becken. Sehr wichtig ist es aber, sich vor dem Kauf genau über den jeweiligen Fisch zu informieren. Dazu gehören nicht nur die zu erwartende Endgröße, sondern auch das Wissen über Verhaltensweise, Verträglichkeit und Fressgewohnheiten. Was passiert, wenn wir einen schönen bunten Fisch kaufen und nachher feststellen, er frisst uns die eine oder andere Koralle auf. Oder der tolle Doktorfisch dreht langsam aber sicher durch, weil er viel zu wenig Platz hat. Was nutzt es, einen Mandarin in ein Becken zu setzten, ohne ihm durch ein gut eingefahrenes Becken eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu bieten. Das alles und noch so einiges mehr, kostet viel Geld und in vielen Fällen dem Fisch das Leben. Sehr wichtig ist es ebenfalls, an eine Paarhaltung zu denken. Erst dadurch wird sich der Fisch so verhalten wie in der Natur. Viele Tiere leben mit einem Partner, ebenso viele leben im Schwarm. Das muss in jedem Fall berücksichtigt werden. Jeder, der ernsthaftes Interesse an seinen Tieren hat und sein Aquarium nicht nur als schöne bunte Dekoration für sein Zimmer ansieht, sollte dem so weit es geht Rechnung tragen. Die anderen sollten es im Interesse der Tiere lieber lassen.
Salarias fasciatus Er stammt aus der Gattung Schleimfische und ist ein Juwelen Felshüpfer. Wie seine kriechenden und krabbelnden Mitbewohner, ist auch er ein Feind der Fadenalgen. Nicht nicht nur das, sondern auch sein Aussehen, sowie seine komisch anmutende Haltung und Fortbewegung, machen ihn zu einem beliebten Insassen vieler Aquarien. Er ist einer der Fische, die man nur in sehr großen Aquarien als Paar, bzw. zu zweit halten kann. In kleineren Becken kommt es zu einem erbitterten Kampf, den zwangsläufig nur der Stärkere überlebt.
Auch mit Schleimfischen anderer Art hat es keinen Zweck. Der Felshüpfer in unserem großen Becken ist kein Kostverächter. Neben den üblichen Algenbewuchs nimmt er liebend gerne Banane und Salatgurke. Seit einiger Zeit frisst er auch Frostfutter, Artemien, aber sein Lieblingsfutter sind Spirulina - Tabs. Da gibt es kein Halten mehr.
Der Salarias ist eigentlich gut im Riffbecken haltbar. Wiederholte Probleme gab es, nach meinem Wissen, nur mit dem Borstenzahn-Doktor. Da sind einige Angriffe auf den Felshüpfer dokumentiert worden. Andererseits hat unser Salarias heftige Attacken auf neu eingesetzte Baggergrundeln der Gattung Valenciennea puellaris gestartet, so das es hier zum Verlust der Grundeln kam.
Diese Fische werden nach meiner Auffassung sehr unterschätzt. Durch Ihr tollen Farben, Ihr Verhalten, besonders auch in der Balz, ist der Zwergkaiser eine echte Bereicherung für ein Riffaquarium. Die Zwergkaiser sind Geschlechts - Wandler. So wird immer das stärkere Tier zum Männchen. In grösseren Becken kann man gut 4 - 5 argis halten. Es bildet sich ein Harem, der letztendlich von einem Männchen dominiert wird. Gefüttert wird unser Pärchen mit Frostfutter, Trocken und Lebend - Futter, sowie mit Norialgen.
Auch hier gilt ganz klar die Paarhaltung. Selbst wenn man 2 gleichgeschlechtliche Tiere bekommt ist das kein Problem. Diese Tiere sind fähig Ihr Geschlecht zu wandeln. Von unserem Händler bekommen wir aber ein Männchen und ein Weibchen. In dieser ständigen Lebensgemeinschaft erkennen wir das Weibchen sehr einfach. Sie sind immer ein ganzes Stück grösser als ihr Lebenspartner. Zu dieser Gemeinschaft gehört aber ein weiteres Tier. Die Anemone.
Sie bietet ihnen Schutz vor Feinden, wird im Gegenzug durch die Fische verteidigt und teilweise sogar gefüttert. Die Amphiprion ocellaris sind sehr gut mit der Entacmaea quadricolor zu vergesellschaften, nehmen aber auch andere Anemonen und sogar Weichkorallen werden als Wohnung akzeptiert. Fühlen sich die Fische wohl, wird ständig und immer wieder im Schutz der Anemone abgelaicht. Hier ist es, wie bei den Kaudernis, möglich, Nachzucht in einer separaten Anlage zu betreiben.
INFO ! Immer erst die Anemone einsetzen. Diese braucht unter Umständen einige Zeit um einen Platz zu finden, der Ihren Ansprüchen genügt. Wären jetzt schon die Anemonenfische da, könnte es zu vermeidbaren Stress führen, was der Anemone dann nicht gut bekommen würde. Unsere 300Liter, sind meines Erachtens auch das Minimum, in der diese Gemeinschaft gehalten werden sollte. Es geht auch mit etwas weniger Platz, aber nur wenn der restliche Besatz kleiner ausfällt.
Achtung ! Die nachfolgende Anemone empfehle ich nur eingeschränkt für unser Becken ! Wegen Ihrer Nesselkraft sowie der zu erwartenden Größe, (teils 40- 45 cm) ist die Haltung von z.B. Steinkorallen, im Umfelde der Anemone sehr schwierig, so das die weitere Besatzplanung genau überlegt werden muss.
Anemonen
Wie schon im Absatz davor beschrieben, entscheiden wir uns für eine Anemone aus der Gattung Entacmaea quadricolor. Sie harmoniert sehr gut zu den geplanten A. ocellaris und besticht durch ihre schöne kupferrote Färbung. Beim Kauf achten wir darauf, dass der Fuss unserer Anemone keine Verletzungen hat. Zu Hause bieten wir der Anemone einen Platz im Riff an, wo sie in einer Spalte Ihren Fuss festmachen kann. Dieser Platz bietet eine ausreichende, mittlere Strömung in der oberen Hälfte des Aufbau. Man kann nur hoffen, dass ihr diese Stelle zusagt. Wenn nicht, wird sie selbständig versuchen einen Platz zu finden, indem sie sich entweder durch das Becken treiben lässt, oder auf dem Riff umherwandert. Nach unseren eigenen Erfahrungen, wandert eine Entacmaea viel weniger, wenn das Mutter - Tier selbst schon sehr sesshaft war.Hat die Anemone ihren Standplatz gefunden, achten wir darauf, dass im direkten Umfeld keine weiteren Korallen stehen. Durch ihr Nesselgift sind andere Korallen gefährdet. Hierzu muss man wissen, dass eine Quadricolor durchaus 30 cm, in manchen Fällen auch 40 cm und mehr, erreichen kann. Sie ernähret sich von Zooxanthellen - Licht, kann aber auch mit Artemien, Stinten und Muschelfleisch gefüttert werden. Anemonen vermehren sich übrigens durch Teilung.
Garnelen
Seit heute bereichert ein Pärchen sogenannter Wirbellose unser Riff. Zwei Garnelen der Gattung Lysmata amboinensis, Weißband-Putzergarnelen sind eingezogen. Nach einer Eingewöhnungszeit von mehr als 2 Stunden wurden sie ins Becken entlassen. Garnelen sind extrem Dichte empfindlich, deswegen muss hier besondere Sorgfalt auf das Anpassen gelegt werden.Putzergarnele.gif Nachdem sich die beiden eine Weile orientiert haben, sind sie für einige Zeit verschwunden. Wahrscheinlich werden sie sich erst einmal häuten. Das passiert in der Anfangsphase recht häufig und wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Da der Panzer der Garnele nicht wächst, ist sie gezwungen diesen abzulegen. In dieser Zeit ist nichts von ihr zu sehen. Solange der neue Panzer noch nicht ausgehärtet ist, schützt sich die Garnele durch Verstecken vor möglichen Fressfeinden. In diesen Zeiten finden wir im Becken oft eine komplett leere Hülle, so das man meinen könnte das Tier lebt nicht mehr. Tagsüber halten sich die beiden gerne kopfüber unter einer Riffplatte auf und gehen Ihrer Angewohnheit nach, Fische zu putzen. Etliche Flossenträger suchen diese Putzerstationen freiwillig auf, um sich von den Garnelen von Hautparasiten befreien zu lassen. In der Nacht sieht man das Pärchen durch das ganze Riff wandern, im Gegensatz zum Tageslicht wo sie meistens einen festen Platz bevorzugen.Seeigel
Unser Seeigel trägt die Bezeichnung Mespilia globulus und bleibt mit 5 - 6 cm recht klein. Er sollte aber nur eingesetzt werden, wenn das Becken eine längere Standzeit hat. Der Globulus ist den ganzen Tag unterwegs um Aufwuchsalgen von den Steinen oder den Scheiben zu fressen. Deswegen müssen diese auch entsprechend vorhanden sein. In der Einlaufphase würde ich ihn als Algenfresser nicht einsetzen. Eine Eigenart dieses kleinen Seeigels ist es, sich mit allerlei Dingen aus dem Becken zu tarnen. Das können Steine, Algen, ja sogar Krustenanemonen oder Xenien sein. Diese trägt er auf seinem Weg durch das Becken mit sich herum.INFO: Nach dem Angleichen der Dichte muss der Seeigel unter Wasser aus seinem Transportbeutel genommen werden. Es darf keine Luft in seine Schale gelangen. Das bringt in mit Sicherheit um. Was wiederum ein Ammenmärchen ist. Nach einem Riffzusammenbruch haben wir das Lebendgestein aus dem Becken genommen. An einem der Steine hing unser Seeigel. Nach etwa 3-4 Minuten bemerkten wir das Unglück und haben ihn in das Becken zurück gesetzt. Das war jetzt einige Wochen her und er lebt noch immer. Aber man sollte es denoch nicht zwingend ausprobieren.
Weichkorallen
Weichkorallen für unser Becken werden uns recht viele angeboten. Sehr häufig trifft man Finger- und Lederkorallen bzw. Pilz-Lederkorallen, in den Aquarien an. Aber auch einige Arten der flach wachsenden Röhrenkorallen sind nicht selten. Neueinsteiger freuen sich über Bäumchen-Korallen und pumpende Xenien. Letztere können allerdings auch zur Plage werden, da sie sich in rasendem Tempo vermehren und schon bald das ganze Becken belagern. Zum Anfang entscheiden wir uns für eine Lobophyton.sp, Fingerlederkoralle, so wie für eine Sarcophyton ehrenbergi, Pilz - Lederkoralle. Beide sind leicht haltbare Bewohner und deswegen auch für Anfänger ideal. Beide brauchen gute Strömungsverhältnisse um sich während ihres Wachstums häuten zu können. Insbesondere die ehrenbergi ist eine rasant wachsende Koralle, welche sich dann häufig teilt. Diese Ableger kann man mit einen scharfen Messer unten am Stamm abschneiden. An den Schnittstellen wächst schon bald eine neue Koralle heran. Fingerlederkorallen lassen sich vermehren, in dem ein Finger abgetrennt wird. Diese Schnittstelle verheilt recht zügig und bildet nach einiger Zeit einen neuen Finger aus.
Scheibenanemonen
Von den Scheibenanemonen haben wir uns verschieden Farben für unser Riff besorgt. Es handelt sich dann auch um unterschiedliche Arten, wie die rote genoppte Actinodiscus, einige Discosoma, sowie Scheiben aus der Gattung Rhodactis. Alle diese Arten bekommen wir auf einem Ablegerstein, welcher mit 3 - 6 Scheiben bewachsen ist. Bei guten Wasserwerten entstehen aber schon bald kleine Kolonien. Die Rhodactis sollen etwas frei stehen da sie nesseln und durch ihre rechts fixe Vermehrung mehr Platz brauchen. Zu diesen Arten gönnen wir uns einen Ableger der Ricordea Florida. Diese, aus der Karibik stammende Scheibenanemone, hat mehrere sehr schöne und kräftige Farben. Man erkennt sie leicht an den perlenförmig endenden Polypen. Und natürlich am Preis, denn uns der Händler abverlangt. Wir platzieren unsere Ableger im unteren bis mittleren Bereich im Riff.
Krustenanemonen
In den letzten 2 -3 Jahren ist auch das Interesse an Krustenanemonen größer geworden. Sicher ein Grund dafür ist, dass immer mehr farbige Arten angeboten werden. Diese Farben sind in der Zeit, wo unsere Beleuchtung nur mit blauen Röhren in Aktion ist, natürlich besonders intensiv. So erstehen wir einige Ablegersteine, eben mit diesen farbigen Anemonen. Alle der von uns gekauften Krustenanemonen stammen aus der Gattung Zoanthus. Wir wissen, dass sich diese Krusten bei guten Bedingungen recht schnell vermehren und nehmen deshalb nur Steine mit wenigen Polypen.
INFO: Es gibt einiges im Internet über die Krustenanemonen zu lesen. Dabei wird man auch auf das Thema, Gesundheitsrisiko durch Krustenanemonen stossen. Dieses betrifft in der Hauptsache die Protopalythoa sp. Diese grosse, grüne Anemone breitet sich sehr schnell aus. Will man sie entfernen, setzt sie ein Gift, das sogenannte Palytoxin, frei. Den Berichten zu Folge führte das bei einigen Aquarianern zu Schweissausbrüchen, Fieber, bis hin zu Schüttelfrost. Wir hatten keine Symptome bei der Entfernung einer grösseren Kolonie zu verzeichnen, jedoch reagiert jeder Mensch unterschiedlich. In jedem Fall ist aber erst einmal Vorsicht angesagt.
Steinkorallen
Steinkorallen brauchen in den meisten Fällen sehr gute Lichtverhältnisse. Wer sich auf die Pflege dieser Korallen einlassen möchte, muss das vorher entsprechend einplanen. Reine Steinkorallen - Becken mit lichthungrigen Korallen, wie zum Beispiel Acroporora, Seriatopora, Hydnopoa und einige mehr, sollten mit deutlich stärkerer Beleuchtung ausgestattet sein. Steinkorallen werden einige Zeit später als Weichkorallen in ein neues Becken gesetzt. Sie brauchen gute bis sehr gute Wasserwerte. Sie sind sehr empfindlich gegen einen erhöhten Phosphat - Wert und reagieren in den meisten Fällen sehr allergisch gegen Algenbelege.
Da wir uns aber für ein gemischtes Becken entschieden haben, kommen demzufolge natürlich einige Steinkorallen hinzu, welche in der Regel auch recht gut haltbar sind. Nehmen wir also als erstes eine Montipora - Platte, Montipora foliosa Bei unserer Beleuchtung bekommt diese Koralle ein Platz im oberen Drittel.Bevor sie ihren Platz bekommt, untersuchen wir sie auf der Unterseite nach kleinen Schnecken bzw. Eiablagen. Falls wir fündig werden, besteht Handlungsbedarf. Diese Schnecken schädigen unsere Platte. Ein einfaches Bad in einer Jodlösung behebt dieses Problem recht zuverlässig. Wir befestigen die Foliosa so, dass sie fast im rechten Winkel, wie ein Dachüberhang vom Riff absteht. An den weißen Rändern erkennen wir das Wachstum der Steinkoralle. Sie wird weiter flächenförmig nach vorn wachsen oder Teile abgespaltener Platten übereinander schieben. Die Oberfläche der Montipora - Platte sollte von Ablagerungen freigehalten werden, Das erreichen wir mit einer ordenlichen Strömung.
Ist dieser gefunden, entschädigt einen die Hammerkoralle mit einer kräftigen und voluminösen Ausbildung ihrer Polypen. Es ist ein tolles Schauspiel wenn diese durch die sanfte Strömung bewegt werden. Sollte kein geeigneter Standort gefunden werden, verkleinern sich die Polypen in relativ kurzer Zeit und sind alsbald völlig verschwunden, so das nur noch das astförmige Skelett übrig bleibt.
--Hausi 14:22, 10. Nov. 2008 (UTC)





