Crangon crangon
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Nordseegarnele
- Herkunft: Atlantik, Ostsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer, Nordsee
- Größe: bis 9,5cm
- Futter:Würmern- Enchyträen, Polychaeten, Tubifexarten
- Beckengröße: ab 200 Liter
- Geschlechtsunterschied: Männchen 1/3 kleiner
- Geschlechtswandler: Nein
Viele niedere Tiere der Ostsee lassen sich in einem Aquarium gut pflegen. Einige von ihnen sind durchaus auch in tropischen Aquarien ausdauernd und vermehren sich gut. Aber es gibt auch Arten, deren Temperaturspektrum deutlich niedriger ist und sie müssen aktiv ihre Lebensweise nach den klimatischen Bedingungen gut anpassen. Im Winter, wenn der Stoffwechsel nahezu zum erliegen kommt, suchen sich viele Tiere Zonen auf, in denen eine weitere Temperaturabsenkung nahezu ausgeschlossen ist. Das ist bei der Garnele Crangon crangon der Fall. Sie hat für ihre Nachkommen diese Zonen aufzusuchen, die nicht nur eine relativ konstante Temperatur von 4°C benötigen sondern mit der damit verbundenen Dichtänderung den Larven eine bessere Überlebensmöglichkeit zu bieten; die Sauerstoffgradienten sind bei der Zunahme der Dichte und der Abnahme der Temperatur erheblich!
Die Garnele zeigt, wie die meisten der Sandbewohner typische Anpassungen an das vorherrschende Substrat. Dabei ist die Garnele in der Lage, durch in ihrer Epidermis eingelagerte Chromatophore sich in einem gewissen Spektrum der Umgebung anzupassen. Zusätzlich gehen die Garnelen gern in den Untergrund, zur Beobachtung bleiben nur die Antennen und Augen unbedeckt.
Im Aquarium legen sie diese Eigenschaften nur teilweise ab. Bei einer Fütterung sind sie sehr schnell und ergreifen durchaus größere Futterbrocken. Das Hauptfutter besteht aus Würmern- Enchyträen, Polychaeten, Tubifexarten usw. Sehr gern wird auch Muschelfleisch genommen. Die Vergesellschaftung mit anderen Garnelenarten ist nicht problematisch, bei gößeren Plattfischen muss man mit Verlust rechnen. Unterschiede im Geschlecht sind vom äußeren Körperbau schwierig zu beurteilen, die Männchen sind um 1/3 kleiner als die Weibchen. Aber das ist meine subjektive Einschätzung gleichaltriger Tiere.
Eine Nachzucht ist, so weit ich weiss nicht publiziert worden. Die Bilder zeigen die Lebensweise, die sie in meinem Aquarium präsentierten. Auch die Funktion der Körperorgane als Anpassung an ihr Habitat wird sehr gut sichtbar.
Dietmar Schönfelder
-- Hausi 19:33, 30. Aug. 2011 (CEST)