Eriphia spp.
Aus Meerwasserwiki
- Herkunft: weltweit, abgebildete Art: Indopazifik, Rotes Meer, Hartböden der Rifflagunen von 0 bis 30 m Tiefe
- Größe: bis 5 cm Carapaxbreite
- Futter: Algen, aber ev. auch kleine Fische und Krebse
- Beckengröße: ab 50 Liter
Die meisten Arten der Familie Menippidae leben in der Gezeitenzone oder im angrenzenden Flachwasser. Die bis 5 cm breite Eriphia gonagra ist in der Karibik eine der häufigsten Krabben der Gezeitenzone, Berichte liegen jedoch auch aus 50 m Tiefe vor. Gelegentlich findet man sie sogar in Ebbepfützen oder unter Steinen. Steinkrabben besiedeln Spalten und Steinlücken, die sie nachts zur Nahrungssuche verlassen. Die Angabe "nachtaktiv" in der Literatur muss man jedoch vorsichtig interpretieren, da die meisten Krabben – ähnlich wie Insekten - zu bestimmten Zeiten nachts aktiv sind.
Eine Verwandte - Menippe mercenaria - z.B. hat ihren Aktivitätsmaximum sogar ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang. In den Spalten können sie sich bei Gefahr sehr festklammern, so dass man sie nicht herausziehen kann. Zusätzlich sind sie sehr aggressiv und wehrhaft, da sie spitze und scharfkantige Scheren besitzen. Bevor jedoch mit den Scheren zugegriffen wird, schwenkt eine Steinkrabbe die Scheren über den "Kopf". Sie produziert Töne deren Funktion noch nicht bekannt ist [HICKMAN & ZIMMERMAN 2000].
Riff-Steinkrabben werden regelmäßig als blinde Passagiere mit Lebenden Steinen in Aquarien eingeschleppt. Leider ist nicht vorherzusehen, ob sich die Krabbe zum Killer von Niederen Tieren und/oder kleinen Fischen entwickelt oder ob sie nur Algen frisst.
Deshalb sollten die Tiere in Lebenden Steinen ausgelesen werden (Pinzette zum bergen der kleinen Krabben in den Steinspalten benutzen!).
Der Aquarianer kann beim Einbringen der Steine noch so vorsichtig sein und die Tiere auslesen, winzige Steinkrabben schaffen es immer wieder bis ins Aquarium. Man kann abends in der Dunkelheit mit einer roten Taschenlampe auf Krabbensuche gehen, denn Krebsaugen können rotes Licht nicht wahrnehmen.
Die kleinen Krabben sollten jedoch nicht in der Toilette landen, denn sie können in den Filtern sehr gut über Jahre überleben und organisches Material abbauen. Der Autor pflegte ein Riffaquarium mit einer ca. 8 cm breiten tropischen Steinkrabbe (Eriphia spp.), welche Leder- und Steinkorallen unbehelligt lies (zumindest wurde nichts gegenteiliges beobachtet!) und nur pflanzliche Kost sowie Futterabfälle der Fische zu sich nahm.
Eine frisch importierte Anemone der Art Heteractis magnifica wurde jedoch ca. 2 Wochen nach dem Einsetzen verspeist. Leider blieben die Glasrosen in dem Aquarium unbehelligt. Eriphia sebana mit ihren typisch grell roten Augen ist eine der häufigsten Steinkrabben im Indopazifik. Sie frisst jedoch alles, auch kleine Fische und Krebse. Eriphia granulosa aus dem O-Pazifik ist sehr häufig mit Pocillopora-Kolonien assoziiert. Auch im Mittelmeer gibt es eine recht große Steinkrabbe: den Italienischen Taschenkrebs Eriphia veruccosa.
André Luty
Literatur:
HICKMAN, C.P. & ZIMMERMAN, T.L. (2000): A Field Guide to Crustaceans of Galapagos. Sugar Spring Press Lexington
--Hausi 17:59, 17. Jun. 2009 (UTC)
