Ernährungsbedingte Krankheiten
Aus Meerwasserwiki
von Dietmar Schönfelder
In diesem Beitrag möchte ich auf einige Aspekte, die im Zusammenhang mit der Ernährung der Aquarientiere stehen, eingehen um eine Prophylaxe gegen ernährungsbedingte Krankheiten zu ermöglichen. Nicht nur einzelne Komponenten der Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel sondern auch die Behandlung der Futtermittel müssen dabei berücksichtigt werden.
Welche Art der Fütterung wir auch anwenden, es sind mehrere Faktoren für eine gesunde Ernährung ausschlaggebend. Außer Krankheitserregern sind oft für das vorzeitige Ableben unserer Pfleglinge die Wasserverhältnisse und natürlich das Futter selbst, welches erheblichen Veränderungen unterliegt, verantwortlich.
Schon in der Themenstellung zeigt sich wie umfangreich und vielschichtig dieses Themengebiet ist. Ich möchte auf drei wesentliche Faktoren eingehen:
1. Krankheitserreger durch Futter übertragen 2. Veränderung von Futter 3. Wasserpflege durch Auswahl von Futter
Die Bestimmung von Krankheiten und deren Behandlung ist nicht das Ziel dieses Beitrages. Abgesehen davon ist die Behandlung von Krankheiten bei Fischen meistens langwierig und oft wenig erfolgreich. Dazu ist in der Regel ein umfangreiches Equipment und auch Fachwissen erforderlich. Die Behandlung erkannter Krankheiten ist für die meisten Pfleger sehr schwierig oder nicht durchführbar. Eine Behandlung erkrankter Tiere setzt zudem erhebliches technisches Zubehör und Zeit voraus, abgesehen davon dass man diese Tiere erst einmal aus dem Aquarium entfernen muss. Darum ist eine Krankheit verhütende Arbeitsweise und Fehlervermeidung durch eine ausgewogene Ernährung grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil in der Aquaristik.
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Die Krankheitserreger
Wir unterscheiden verschiedene Arten von Krankheitserregern. Dazu gehören Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen, Würmer und andere Parasiten. Sie sind vielfach an bestimmte Wirte gebunden und benötigen oftmals Zwischenwirte und sie unterlaufen dabei Entwicklungsstadien, in der Krankheiten nicht behandelbar sind oder nur in einer bestimmten Phase der Entwicklung bekämpft werden können. In der Aquaristik kann diese Spezifik allerdings zum Erlöschen einer Krankheit führen da bestimmte Wirte nicht vorhanden sind, sie können aber auch Behandlungsmethoden ohne Medizin zulassen.
Krankheitserreger führen wir durch Futter oder neuen Besatz an Fischen zu. Bekannt ist eine Krankheitsübertragung durch Lebendfutter wie Copepoden, welche selbst auch als Parasiten auftreten können. Aber auch Artemia, die durch Vibrionen belastet sind, können Krankheiten auslösen. Zum Ausbruch der Krankheit muss es nicht kommen, wenn der Gesundheitszustand der Fische durch die ausgewogene Fütterung gut ist. Bei der Nachzucht von Copepoden ist eine Krankheitsübertragung eher auszuschließen, da die Krankheitserreger, deren Träger gelegentlich die Copepoden sind, ohne Zwischenwirte nicht lebensfähig sind.
Etwas vorsichtiger muss man natürlich bei frisch gefangenem Futter sein. Doch die einheimischen Futtertiere treten eher selten bis gar nicht als Krankheitsüberträger bei tropischen Fischen aufdie Wirtsspezifik der Krankheitserreger bildet in der Regel eine unüberwindliche Sperre. Das gilt besonders für die Futtertiere des Süßwassers, wenn sie im Seewasseraquarium verfüttert werden. Dennoch würde ich alle marinen Futtertiere, wenn es denn geht einige Zeit in Quarantäne halten, sicher ist sicher. Ein wichtiger Teil der Gesunderhaltung der Fische ist deren erworbene Immunisierung. Das ist bei Besatzerweiterung zu bedenken. Im Prinzip trägt jedes Tier Erreger in sich, die bei nicht immunisierten Tieren verheerende Folgen haben können. So ist eine Quarantäne sehr anzuraten; Technik- oder Aquarien für Korallenfragmente sind dafür bestens geeignet, da sie kurzfristig vom Aquariumsystem abgekoppelt werden können.
Um auf das Futter zurückzukommen, die meisten Aquarianer benutzen Trockenund Frostfuttermittel. Auch diese Futtermittel können bei unsachgemäßer Produktion und Lagerung Träger für Krankheitserreger sein. Außerdem unterliegen diese Futtermittel nicht nur einer Belastung durch Krankheitserreger sondern auch einer chemischen Veränderung durch Enzyme, Sauerstoff usw.
Das Frostfutter verändert sich schon in für uns ungünstiger Weise bei Tötung der
Tiere bis zum Beginn der Frostung, da Enzyme der Futtertiere, die zur Verdauung
benötigt werden auch nach dem Tod der Futtertiere ihre Tätigkeit fortsetzen. Diese
Prozesse verändern das Futtertier lange bevor eine Bakterielle Tätigkeit wirksam
wird.
Sie sind nur durch sehr tiefe Temperaturen (-60°C) zu verlangsamen. Die
Zeit die vergeht bis das Tier entsprechend niedrig gekühlt wird, ist entscheidend für
diese Prozesse. Die Durchfrostung bei -40°C beträgt etwa 5 cm/Stunde. Die
Frostung im Haushaltkühlschrank bei -18°C lässt wegen der bei diesen
Temperaturen sich fortsetzenden enzymatischen Stoffwechselprozesse nur einen
sehr kurz begrenzten Zeitraum der Verwertbarkeit und Lagerung zu. Werden bei
diesen „warmen“ Temperaturen Futtertiere eingefrostet, entstehen dabei recht
große Eiskristalle welche eine Beschädigung der Zellwände und Epidermis zur
Folge haben.
Beim Auftauen suspendieren die Körperflüssigkeiten im
Aquariumwasser und gehen einerseits als Nährmittel für die Fische verloren,
andererseits belasten sie das Wasser erheblich und sind Nährboden für Bakterien,
Pilze und Protozoen auf den Futtertieren und im Aquarium. Besonders die
kleinsten Futtertiere sind wesentlich stärker betroffen. Das kann man einigermaßen
kompensieren, wenn man nur geringe Mengen und nicht aufgetautes (und nicht
gespültes) Futter den Fischen anbietet. Das spülen der Futtertiere mit Süßwasser
fördert die Beschädigung der Zellwände- außerdem geht der Inhalt der Futtertiere
verloren; die Fische fressen nur leere Hüllen!
Aber auch Trockenfutter ist anfällig. Die Lagerung sollte deshalb trocken und kühl erfolgen, wenn irgend möglich im Vakuum (es gibt ja für den Haushalt bereits solche Geräte) oder zumindest unter Abschluss von Umgebungsluft aufbewahrt werden. Um einen Befall durch Krankheitserreger und chemischen Veränderungen zu minimieren, werden deshalb nur geringe Mengen an Futter bevorratet.
Die Veränderung von Futter
Die ausgewogene Ernährung der Fische ist ausschließlich mit mehreren Arten
Lebendfutter möglich. Es ist die Vielfalt der lebenden Futtertiere, die das
erforderliche Spektrum an notwendigen Aminosäureverbindungen in Form von
Eiweiß, Fetten in unterschiedliche Zusammensetzungen, Kohlenhydraten und
Ballaststoffen bietet und zwar in verträglichen Proportionen!
Zudem wird durch
Fluchtbewegung des Futters der Bewegungsdrang der Fische und anderen
Niederen Tiere gefördert, Enzyme, Hormone, und vorverdaute Nahrung wird in
der richtigen Zusammensetzung und ohne schädliche und unverdauliche
Bestandteile (wenn es nicht untypische Futtertiere sind) zugeführt. Keine Angst,
vergiftete Futtertiere sind nicht lebensfähig! Für die Kontrolle der Wasserqualität
und Überwachung auf Giftstoffe werden besonders die verschiedenen Cladoceren
genutzt. Die Seewasserfische sind bei der Produktion von Geschlechtsprodukten
besonders stark von Lebendfutter abhängig.
Die Veränderung der Futterbestandteile und Inhaltsstoffe ist besonders im Produktionsprozess eines Trockenfutters erheblich. Die für die Fische wichtigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden stark verändert und vielfach zerstört. Man kann diese Veränderungen nur teilweise durch die Bindung an Vitaminen (Ascorbinsäure und Vitamin D) kompensieren. Doch Vitamine sind nicht besonders stabil. Sie unterliegen durch Einfluss von Licht und Sauerstoff einer Veränderung. Das führt in Folge zu einer Veränderung der ungesättigten Fettsäuren, die durch Oxidation das Futter vergiften. Wenn das Futter anfängt ranzig zu riechen, ist auch auf einen Befall durch Pilze zu rechnen, welche für die Fische stark toxisch sind. Zuschlagstoffe verändern erheblich das Verhältnis von Protein/Fett/Kohlehydrat und können auch unverdaulich sein, insbesondere dann wenn unbehandelte Bestandteile von Landpflanzen und Fette warmblütiger Tiere zugemischt werden. Leider ist die Deklarierung oftmals nicht ausreichend, die Zusammensetzung und das Verhältnis der Inhaltsstoffe für die Aquaristik in einem ungünstigen Verhältnis.
Das Frostfutter beinhaltet, wenn dessen Verarbeitung ordnungsgemäß durchgeführt wurde und geringer Lagerzeit unterlag, einen wesentlichen Anteil aller benötigten Inhaltsstoffe, ähnlich wie das Lebendfutter. Doch es ist ein weiter Weg vom Produzenten bis in das Aquarium und es gibt keine Garantie für dessen ordnungsgemäße Behandlung. Oftmals ist die Produktion von Futtertieren in Farmen durch Zusätze wie Antibiotika und anderen Keim hemmenden Mitteln belastet. Vielfach überstehen Krankheitserreger eine Frostung unbeschadet, da sie in der Lage sind Dauersporen zu bilden. So ist die Vibrionen Krankheit die selbst in den Zysten der Artemia mehrere Jahre unbeschädigt überstehen kann, eine der Haupttodesursachen der Fische. Eine Behandlung der lebenden Futtertiere ist dabei einigermaßen erfolgreich möglich! Vielfach unterliegen aber einige dieser Produkte in Deutschland einer Beschränkung. Sind die Fische erkrankt hat man
Wasserpflege durch Futterauswahl
Gesundes Wasser, was ist darunter zu verstehen? Wasserbelastung- dieser Begriff ist vielen bekannt, die Probleme mit Niederen Tieren haben. Der Bezug auf Nitrat und Phosphat reicht bei den Fischen nicht aus denn sie tolerieren in weiten Grenzen stark überhöhte Anreicherungen. Wichtig dagegen ist die Belastung durch Bakterien und anderen Keimen. Es gibt dafür Nachweismethoden, die auch für den Privatmann erschwinglich sind. Solche Schnelltest auf bestimmte Bakterienarten (bzw. lebende Organismen welche Proteine als Stoffwechselprodukte abgeben) sind in einer Art Baukasten für die unterschiedlichsten Keimnachweise zusammenstellbar.
Doch wie hält man Keimzahlen sowie Wasserbelastung durch Nitrat und Phosphat auf einem für Fische unschädlichem und erträglichem Niveau? Hier muss man wissen, wie der Stoffwechsel bei Fischen abläuft. Fische verarbeiten für ihren Stoffwechsel bevorzugt Proteine. Durch den Proteinstoffwechsel entsteht Ammoniak, es muss in Ammonium überführt werden, damit es durch die Kiemen ausgeschieden werden kann. Angereichert im Körper ist Ammoniak eins der stärksten Fischgifte. Dieses Ammoniak muss schnell über Ammonium, Nitrit zu Nitrat umgebaut werden. In alkalischen Gewässern ist die Konzentration stark vom pH Wert abhängig. Zum Umbau werden Bakterien benötigt und sehr viel Sauerstoff. Ist das System der Bakterien überlastet, vergiften sich die Fische an ihren eigenen Ausscheidungen. Deshalb ist bei der Haltung im Aquarium der Proteinanteil des Futters möglichst auf ein niedriges Niveau zu begrenzen. Das kann man einfach durch entsprechende Fütterung mit Lebendfutter, wobei auch hier erhebliche Unterschiede bei den Futtertieren vorliegen.
Das ausgewogenste Verhältnis an Nahrungsbestandteilen finden wir in Copepoden und Mysidacea vor. Die Cladoceren dagegen haben einen sehr niedrigen Proteinanteil und sind deshalb als Alleinfutter auf Dauer nicht geeignet. Bei den Trockenfuttermitteln beachtet man das Verhältnis der Inhaltstoffe Protein-Fett. Diese Mengenanteile sollten idealerweise etwa das Verhältnis 2,5:1 bis max. 3:1 betragen. Die Fische sind in der Lage ihre Energie außer durch Proteine durch Fette und Kohlenhydrate zu gewinnen. Eine Fettreiche Ernährung (20% in der Trockenmasse) ist deshalb für die Aquarienhaltung wesentlich besser geeignet. Dabei kann und muss man die Menge des Futters begrenzen und auch das führt zu einer geringeren Belastung durch Stoffwechselprodukte. Damit ist ein weiterer Weg für die Reduzierung der Keimzahlbelastung durch verminderte Ausscheidungen und deren bakteriologischer Mineralisierung aufgezeigt.
Fettreiche Ernährung durch Futtertiere wie Enchiträen, Grindal,
Mehlwürmerlarven und anderen an Land lebenden Würmern ist aber zu vermeiden
oder sehr stark einzuschränken. Das unbenötigte Fett wird in den Fischen sehr
schnell gespeichert und führt zu Veränderungen in Geweben- unter anderem auch
in den Geweben für die Produktion der Geschlechtsprodukte.
Die
Leistungsfähigkeit der Tiere wird bei Verfettung eingeschränkt, die Anfälligkeit für
Krankheiten steigt. Diese Würmer beinhalten zudem in ihrer Epidermis besonders
lange Gerüsteiweiße, die Kollagene. Diese sind für Fische nicht verdaulich und
können wenn sie den Darmkanal blockieren ein Bakterienwachstum toxisch
wirkender Arten stark fördern. An deren Stoffwechselprodukten (und auch
Sauerstoffzehrung) können die Tiere in kurzer Zeit verenden. Die Ursache liegt in
der Unmöglichkeit für Fische Magensäuren unter pH 4 zu produzieren. Viele
Fische haben auch nur einen zurückgebildeten oder auch fehlenden Magen im
Verdauungskanal- die Röhrenmäuler zum Beispiel. Die Fütterung solcher Fische ist
wesentlich anspruchsvoller als die sich herbivor und omnivor ernährender Tiere.
Ein weiterer Aspekt ist die Futtermenge. Es macht keinen Sinn Fische im Futter
stehen zu lassen. Um eine Verdauung erfolgreich werden zu lassen, ist es
erforderlich eine Darmpassage zu verlangsamen. Das ist einfach möglich durch
eine Fütterung in geringen Mengen und längeren Intervall. Die Aktivität des
Stoffwechsels wird dabei erheblich reduziert, was dadurch zu einer besseren
Nahrungsverwertung führt.
Futterpausen sind dabei für die Verdauung wichtig und
dürfen nicht durch Manipulationen am, im und vor dem Aquarium und
Wohnungsdekoration (etwa bis 2 Stunden nach der Fütterung) durchgeführt
werden. Fische reagieren mit großen Problemen der Verdauung auf Stressfaktoren
(deswegen werden zu transportierende Fische vorher auch nicht gefüttert). Dauern
Stressfaktoren recht lange und sind sie in der Verdauungsphase regelmäßig
auftretend, schwächen wir die Fische und das kann zu ernsthaften Erkrankungen
durch Verdauungsstörungen bedingt führen. Die Anfälligkeit für Krankheitserreger
oder Parasitenbefall durch geschwächte Kondition nimmt stark zu.
Ausnahmen bezüglich der Futtermenge und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe muss man bei Jungfischen machen. Jungfische besitzen kein vollständig entwickeltes Verdauungssystem. Sie müssen deshalb Proteinreich ernährt werden und ein wesentlich höheres Futterangebot haben. Das trifft auch auf die Fische zu, die Verluste an Körpersubstanz durch Abgabe von Geschlechtsprodukten schnell ausgleichen müssen.
Stofffreisetzungen und damit Verluste an Nährstoffen entfallen nur bei Lebendfutter. Durch Frost- und Trockenfutter werden vermeidbar auch Nährstoffe an Bakterien abgegeben, die zu einer Erhöhung der Keimzahl beitragen.
Weitere Wasserpflegemaßnahmen
Wenn das Wasser eine höhere Salzkonzentration als die Körperflüssigkeiten der
Tiere aufweist, muss ständig Salz ausgeschieden werden. Dazu ist viel Energie
erforderlich. Man kann die Fische mit einer niedrigeren Salzkonzentration
unterstützen um Energie zu sparen. Weiterhin ist die Atmung der Fische äußerst
Energieaufwändig. Das liegt an dem Gefälle Sauerstoff zu CO². Es beträgt im
Wasser 25:1, an Land dagegen 700:1. Damit erklärt sich der erhebliche
Energieaufwand der für die Atmung benötigt wird. Wir können durch eine
Sauerstoffsättigung mittels ausreichender Wasserbewegung diesen Energiefaktor
auf das Normalmaß begrenzen. Eine Temperaturabsenkung fördert diesen Prozess
zumal das Medium in dem sich die Fische bewegen, eine wesentlich höhere Dichte
aufweist und für die Bewegung im Wasser viel mehr Energie aufgewendet werden
muss.
All das sind Maßnahmen, die zusammengenommen eine Verbesserung der
Wasserqualität durch geringeren Stoffwechsel zur Folge haben.
Die Rolle der Vitamine
Vitamine sind Bestandteile der Nahrung, die durch die Fische nicht verdaut werden müssen. Die Struktur der Moleküle ist so klein, dass sie ungehindert die Darmwand passieren. Die Vitamine sind für enzymatische Prozesse erforderlich. Nicht nur das Fehlen eines oder mehrerer Vitamine ist Krankheit auslösend sondern auch die unterschwelligen Defizit Erscheinungen (Hypovitaminosen). Essenziell ist für Wirbeltiere das Provitamin ß-Karotin, der Vorstufe des Vitamin A. Es ist vor allem in Zooplankton wie Copepoden und Cladoceren enthalten. Diese nehmen es hauptsächlich von den Grünalgen auf. Die Karotine werden vor allem in der Leber in das Vitamin A gespalten und akkumuliert aber das Vitamin A reichert sich auch in den Augen der Fische an. Fehlt das Vitamin A hat das erhebliche Störungen im Proteinstoffwechsel und Leberschäden zur Folge.
Das Vitamin D ist in der Natur spärlich vorhanden im Gegensatz zu dessen Provitamin. Da auch bei Fischen aus großer Tiefe dieses Vitamin nachgewiesen wurde, geht man davon aus, dass Fische dieses Vitamin selbst produzieren oder mit Hilfe von Bakterien damit versorgt werden. Sonnenlicht ist für einige Fische ein wesentlicher Faktor für die Aufspaltung von Provitamin. Deshalb ist ein gewisser UV-A und UV-B Anteil bei der Beleuchtung unserer Aquarien für die Fische unverzichtbar. Abgesehen davon sehen viele Fische UV Licht und können mit Hilfe der kurzwelligen Spektralanteile eine Kommunikation mittels Licht reflektierender Pigmente führen.
Der Bedarf an Vitamin E steigt mit der Zunahme an ungesättigten Fettsäuren. Es hat Einfluss auf den DNS Stoffwechsel und Phosphorylierungsvorgänge in der Atmungskette (Desaminierung). Es sorgt im Zwischenhirn für die Steuerung und Ausschüttung gonadotroper Hormone.
Für die Muskeltätigkeit werden die B Vitamine benötigt. Sie sind in Pflanzen enthalten. Vor allem der Kohlenhydratstoffwechsel ist abhängig von dem Vitamin B1. Fehlt das Vitamin B2 ist das Wachstum stark vermindert, da es das Gewebewachstum fördert. Das Vitamin B6 ist für den Ein- und Umbau der Proteine (Transaminierung) erforderlich.
Weiterhin sind das Niacin, Pantothensäure, Inosit (ein Alkohol mit Fett abbauender Wirkung), Folsäure und Vitamin C erforderlich. Zusammenfassend kann man sagen, dass außer bei Lebendfütterung Futtermittel grundsätzlich und vor allem- regelmäßig vitaminisiert werden müssen. Einen besonders hohen Vitaminbedarf haben Jungfische.
Bei der Fütterung müssen Algennahrung, Planktonfütterung, usw. kombiniert werden. Auch Algen sind für karnivor fressende Fische unverzichtbar. Deren Aufnahme erfolgt hier vorzugsweise über die Algen fressenden Futtertiere. Eine einseitige Fütterung führt zu Stoffwechselstörungen. Die häufige Fütterung in kleinen Portionen entspricht der natürlichen Nahrungsaufnahme am besten. Die Seewassertiere können, auch wenn sie Nahrungsspezialisten sind und sich scheinbar einseitig ernähren, dennoch als vollwertig ernährt betrachtet werden wenn ihnen ihrer Lebensweise entsprechende und genährte Futtertiere geboten werden. Nicht zu unterschätzen sind auch die Bestandteile der Nahrungskette, die sich als Aufwuchs oder an das Benthos gebundene Organismen bildet und durch die Fische aufgenommen werden. Ein übertriebener Reinigungsaufwand und radikale Algenbekämpfung ist aus Sicht der Zusatznahrung für die Fische nicht sinnvoll.
==Weitere wichtige Nahrungsbestandteile==Jod ist ein weiterer Bestandteil der Nahrung der Fische. Dessen Einfluss auf dem Stoffwechsel und hormonelle Prozesse ist sehr hoch. Man kann im Aquarium eine Gabe von Jod durchführen. Die Mengenbestandteile liegen in natürlichen Gewässern bei etwa 0,03ppm (zwischen 48-80Rg/Liter). Wenn Jod dem Aquarium zugeführt wird, sind Ozongeräte abzustellen. Ozon lässt Jod in seine elementaren Bestandteile zerfallen, die dann giftig sind.
Weiterhin ist die unkontrollierte Verschiebung der Salzzusammensetzung durch einen unkritischen Einsatz von Makro- und Spurenelementen durch einen regelmäßigen Wasserwechsel vermeidbar. Makro- und Mikroelemente führen wir ständig auch über die Nahrungsmittel zu. Bei abwechslungsreicher und ausgewogener Fütterung dürfte hier ein Mangel ausgeschlossen sein.
Ein für die Verdauung der Fische wichtiger Bestandteil sind Ballaststoffe. Sie bestehen überwiegend aus unverdaulichen Bestandteilen, sind aber für die Darmperistaltik unverzichtbar. Das ist je nach den überwiegend zugeführten Nahrungsmitteln zu beachten. Die auf Trockenfuttermitteln deklarierten Inhaltsstoffe wie Faser und Asche sind solche Bestandteile. Sie sollten dennoch nicht aus Bestandteilen von Landpflanzen bestehen und auch keine Anteile warmblütiger Säugetiere enthalten. Ballaststoffe sind Zellulose, Lignin, Keratin, Chitin und Kollagen.
Die Temperatur ist für den Stoffwechsel der Tiere von wichtiger Bedeutung. Jede Art hat einen Temperaturbereich, der das Optimum darstellt. Bei den tropischen Seewasseraquarien ist der Bereich annähernd gleich. Tiere die dem Aquarium angepasst werden müssen, benötigen deshalb bei Abweichungen eine längere Zeit der Adaption. Geschieht das nicht, kann das zu Schockzuständen führen und zum Verlust der Tiere.
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Schönfelder
Quellen:
Erwin Amlacher
Taschenbuch der Fischkrankheiten, Gustav Fischer Verlag Jena 1976
Prof. Dr. Heinz Bremer
Aquarienfische gesund ernähren, Eugen Ulmer Verlag 1997
--Thomas 22:21, 26. Jan. 2010 (UTC)
