Goniopora stokesi

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Goniopora stokesi1.jpg

Margerritenkoralle



Kugelförmig wachsende LPS-Koralle, die durch ihre wunderschönen sehr langen und anemonenählichen Polypen für mich zu den schönsten LPS-Korallen zählt. Leider sind diese Tiere i.d.R. nicht besondes lange haltbar, da sie mind. ein wichtiges Element benötigen, das in unseren Aquarien anscheinend nicht in ausreichenden Mengen oder in entsprechender Halbewertszeit vorliegt. Julian Sprung z.B. spricht hier auf einer zu geringe Mangankonzentration. Bei der Übernahme eines Austellungsbeckens auf der Duisburger Zierfischmesse bekam ich nun 2 dieser Tiere neben einiger anderer Steinkorallen, und setzte sie mit wenig Hoffung auf eine lange Pflege in mein Aquarium. Der Platz wurde so gewählt, daß sie keine direkte Strömung bekamen, aber dennoch allseitig kräftig umströmt wurden und die Skelettkugel so wenig wie möglich Kontakt zum Riffaufbau bekommt. Schlußendlich habe ich auf das Skelett einer abgestorbenen Fungiakoralle einen kleinen Kranz aus Korallenkleber geklebt der dann die runde Form aufgenommen hat. Warum der Aufwand mit dem Standort? Mir ist aufgefallen, daß die Gonioporen meist von unten her mit einer Gewebeauflösung beginnen und diese sich dann langsam aber sicher (manchmal auch rel. schnell) nach oben vorarbeitet. In diesem Zusammenhang viel mir die Aussage eines Korallenzüchters aus unserer Umgebung ein, der mir mal zu meiner Verwunderung sagte, daß man Fungias nicht unbedingt in feinen Bodengrund legen sollte, da sonst zu wenig Wasserunterspülung erfolgen könnte und das Tier dann bekterielle Infektionen erleiden könne. Die Parallellen sind schon auffallend. Beide LPS, beide werden bevorzugt auf dem Bodengrund gehalten und beide neigen zu bekteriellen Infektionen dess Gewebes.

So platziert gingen die beiden Gonioporen innerhalb kurzer Zeit voll auf, zu meiner Überraschung auf mehr als das doppelte als es in dem o.g. Verkaufsbecken zu sehen war. Der Durchmesser jeder Kugel belief sich bei voll expandierten Polypen auf gute 25cm. Trotzdem konnte man noch immer das untere drittel der Kugel sehen welches nicht mit Polypen bewachsen war, da diese hier anscheinend schon abgestorben waren. Ob durch den Transport vom Heimatland zu uns, durch falsche Positionierung beim Händler oder wodurch auch immer weiß ich nicht. So standen die beiden Gonioporen dann rund 4 Monate und wuchsen zwar nicht, zeigten aber auch keinerlei Degenerationserscheinungen. Das war ja schon mal ein kleines Trostpflaster bei einem unhaltbaren Tier. Nun kam eine zweite Überlegung hinzu. Julian Sprung schreibt ebenfalls, daß er davon ausgeht, daß Gonioporen aktiv fressen. Wobei hier natürlich nur feinstes Phytoplankton in Frage käme, oder eben eine direkte Gabe von Aminosäuren. Nun wollte ich testen, ob man damit vielleicht ein Wachstum erzielen könne. Ich besorgte mir also div. Staubfuttersorten (Cyclop Eeze, Ultramin F) und ein Aminosäurenkonzentrat (Ultramin), daraus wurde und wird bis heute 2mal täglich ein Mix hergestellt der aus je einer Messerspitze der beiden Staubfuttersorten und einem ml Ultramin besteht. Dieser Mix wird dann einmal morgens und einmal abends ins Aquarium gegeben.

Innerhalb weiterer 3 Monate expandierten die Polypen soweit, daß ich eines der beiden Tiere an einen befreundeten Aquarianer abgeben mußte da beide Tiere einfach zu groß wurden. Ebenfalls wurde das abgestorbene untere Drittel der Skelettkugel bis auf die tatsächliche Auflagestelle wieder mit Polypen besiedelt und das verbleibene Tier steht mittlerweile seit einem guten Jahr in unserem Aquarium und erfreut sich bester Gesundheit.

Allerdings sollte dies nun nicht zu einer Gonioporenhaltung animieren, 1 Jahr im Leben eines Tieres das ein vielfaches an Alter erreich kann ist gar nichts, und auch andere Aquarianer haben ohne diese Dinge wie ich sie oben schrieb schon ähnlich lange Hälterungen hinbekommen. Ob man nun von einem wahren Erfolg sprechen kann sieht man vielleicht in weitern 2 bis 3 Jahren. Aber vielleicht helfen die Tipps ja Aquarianern die kränkelnde Tiere haben diese nochmal "auf den Weg zu bekommen".

Andreas Pridzun


--Hausi 19:18, 17. Jul. 2009 (UTC)

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