Hardware, Tipps und Tricks

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

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Die Aquarien - Fotografie gehört zu den schwierigen Aufgaben, vor der ein Fotograf stehen wird.
Bedingt durch die relativ künstliche Beleuchtung, die Wasserbewegung durch Strömungspumpen, Ablagerungen an den Scheiben, so wie auch durch eine schlechte Digitalkamera, wird es nicht einfach sein, ein gutes Foto zu bekommen.
Auch die Aufforderung an die Fische doch mal endlich still zu halten und “Keep smilling” zu machen, dürfte von wenig Erfolg gekrönt sein. Aus diesem Grund gehört eine große Portion Geduld zu den wichtigsten Ausstattungen, will man wirklich Erfolg haben.
Eins ist ganz gewiss: Nur Übung macht in diesem Fall mal wieder den Meister. Wer bereit ist, ein wenig Zeit zu investieren sich mit einer Digital - Kamera und deren Möglichkeiten auseinander zu setzen, wird schon bald die ersten wirklich brauchbaren Ergebnisse erzielen.
Und denkt immer dran: Ihr macht die Fotos in erster Linie für Euch und nicht für die Bildzeitung. Nicht gleich aufgeben wenn dutzende von Fotos nicht werden. Das ist am Anfang normal. Hier gilt es Geduld zu haben, zu üben und die Möglichkeiten einer Digitalkamera auszuprobieren.


Welche Kamera und wo bekomme ich sie her

Kameraicon.png

Wie schon angekündigt beschäftige ich mich hier nicht mit den teuren digitalen Spiegel - Reflex Kameras, sondern mit den so beliebten digitalen Kompakt - Geräten. Es gibt in diesem Bereich durchaus für unseren Zweck geeignete Geräte. Mit einem ordentlichen Objektiv ausgestattet und sinnvollem Zubehör ergänzt, wird man schon tolle Fotos bekommen. Ich empfehle immer ein Markengerät anzuschaffen. Wer sein Gerät bei irgendeinem Discounter wie Lidl, Aldi usw. erwirbt, wird bald merken, dass dies meistens eine Fehlentscheidung war.

Es gibt schon einige Foto - Fachgeschäfte, welche vom Preis her eventuell etwas teurer sind, jedoch einige Vorteile bieten. Dort bekommt Ihr eine mehr oder weniger kompetente Beratung ,die Geräte können in die Hand genommen werden und oft ist es möglich auch mal ein paar Fotos zu machen. Auch entsprechendes Zubehör wird ein Fachhändler anbieten können.

Tipp! Einfach eine Speicherkarte mitnehmen und den Händler bitten, mit verschiedenen Kameras, bei Automatikeinstellung, Fotos machen zu dürfen, um diese dann zu Hause am PC zu vergleichen.

Für alle Sparfüchse lohnt sich natürlich fast immer der Kauf im Internet - Shop. Es ist natürlich lästig, wenn die Digicam nicht gefällt, die ganze Sendung zurück zu schicken, um dann nach dem nächsten Modell zu suchen.
Bevor man sich auf die Suche nach einem geeigneten Gerät macht, sollte man wissen welche Preisklasse der Kontostand zulässt. Einkalkulieren muss man beim Kauf zumindest eine geeignete Speicherkarte und sinnvoller Weise eine passende Tasche.

In einschlägigen Fachzeitschriften oder im Internet bekommt Ihr genug Informationen und nach Preisklassen geordnete Tests. Die gängigsten Modelle werden von verschiedenen Organen beurteilt, so das sich doch oft eine bestimmte Kamera als Klassenbester heraus stellt. Zusätzlich kann man sich in einigen Foren informieren.

Welche Ausstattung sollte eine Kamera haben?

Zuerst einmal: Wer sich mit seiner Kamera hauptsächlich der Aquarienfotografie widmen will, braucht keinen Zoomriesen, wie sie heute oft angeboten werden. Wichtiger ist ein vernünftiger Weitwinkel ! Ideal sind Kameras mit einem Weitwinkel von 28 mm. Üblicher Weise hat eine kompakte Digicam einen Wert von 35 mm. Auch hiermit lassen sich durchaus ordentliche Fotos machen. Digitalkameras mit 5 Megapixel sind ausreichend, empfehlenswert sind Geräte ab 8 MP, jedoch haben moderne Kameras von Haus aus schon mehr.

PentaxK100-256.png

Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Kamera ein Filtergewinde, oder die Möglichkeit hat einen Adapter anzuschließen. Hier lassen sich dann Vorsätze wie Filter, Nahlinsen oder Macro - Konverter anschließen.

Wichtig ist auch die Funktion einer manuellen Einstellung der Kamera. Hiermit kann z. B. die Blende, Belichtungszeit, der Weissabgleich und so manches andere eingestellt werden. Selbst wenn das Gerät über eine gute Automatik verfügt kann es doch vorkommen, dass eine manuelle Einstellung dem Foto zu Gute kommt.
Auch beim Fokussieren kann, je nach Situation, durch das manuelle wählen ( Spot, Mittenbetont oder Mehrfeld - Messung) so einiges an der Aufnahme verbessert werden.
Schön wäre ein sogenanntes Autofokus - Hilfslicht, wodurch der Kamera ermöglicht wird, in schwieriger Umgebung (ungünstiges Lichtverhältnis) besser zu Fokussieren und das Bild scharf zu stellen.

Display.png
Alle Digital - Kameras verfügen über einen Monitor, über den das zu fotografierende Motiv eingestellt wird. Dieser sollte nicht zu klein sein. Eine Grösse von 2 Zoll sind schon ganz in Ordnung. Einige Modelle verfügen über noch grössere Bildschirme. Der Monitor sollte möglichst hochauflösend und dabei relativ blendfrei sein. Ideal sind in jedem Fall schwenkbare Displays, hier kann man sogar Aufnahmen über Kopf machen ohne sich zu verrenken.

Wer es lieber auf die alte Art und Weise, also mit einem Sucher, haben möchte : Auch hier gibt es Modelle, welche über beides verfügen. Der Sucher ist dann, wie bei den alten Kameras, analog zu bedienen oder wird elektronisch gesteuert. In diesem Fall wird das Bild des Displays auf den elektronischen Sucher umgeleitet. Jedoch denke ich, dass die meisten von Euch die Aufnahmen über den Monitor einstellen werden.

Für die ersten Nahaufnahmen ist eine gute Makro - Funktion sehr wichtig. Hier würde ich ein Gerät wählen, welche einen Mindestabstand von wenigsten 3 cm zulässt. Es sind jedoch Kameras erhältlich, die eine Mindestdistanz von 1 cm anbieten. Hier ist das bereits erwähnte 28 mm Weitwinkel - Objektiv sicherlich im Vorteil.
Chromis Schwarm.jpg

Es sei jedoch noch mal gesagt, dass mit Nahlinsen oder einem Makro - Konverter in der Regel bessere Ergebnisse erzielt werden.

Nicht vergessen will ich auch den Hinweis auf einen vernünftigen Blitz, obwohl dieser in der Aquariumfotografie nicht so häufig eingesetzt werden sollte.
Ein Stativ - Gewinde sollte in keinem Fall fehlen. Dieses ist äußerst wichtig wenn man saubere Makrofotos erzielen will.

Ein weiteres wichtiges Kriterium einer Kamera ist die Einsatzbereitschaft. Das sind die Zeiten vom Einschalten der Kamera bis zum Auslösen des ersten Fotos, sowie die Fähigkeit nach einem Foto fix wieder für die nächste Aufnahme bereit zu sein. Wir werden uns in jedem Fall ärgern, eine interessante Situation im Aquarium verpasst zu haben, nur weil unsere Kamera so lahm ist, dass wir in der Zwischenzeit Kaffee kochen können. Oder wir haben ein Modell erwischt, welches dann die Bewegungen, z. B. von einem flinken Fisch nicht einfangen kann ohne das unser Foto unscharf wird. Achtet also bitte beim Kauf auf eine möglichst schnelle Kamera.

Als hilfreich hat sich ein Bildstabilisator heraus gestellt. Dieser kompensiert das Zittern der der Hand und sorgt somit für viel weniger verwackelte Bilder. Dieses wirkt sich besonders bei Macro - Aufnahmen und im Tele - Bereich aus.

Welches Zubehör ist sinnvoll?

Als erstes wenden wir uns den Speichermedien zu. Hier finden wir in der Hauptsache 3 unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen haben wir da die SD - Card. Dieser Speicher ist wohl der am meisten verbreitete und wird von vielen Herstellern für Ihre Kameras verwendet. Weiterhin gibt es die XD - Card, welche in den Modellen der Firma Fuji zu finden ist. Als dritte Möglichkeit haben wir den von Sony verwendeten Memory - Stick.

Carte SD 3D.png

Alle 3 Möglichkeiten sind empfehlenswerte Speicher, jedoch sind SD - Karten die preisgünstigste Lösung. Die Speicher gibt es in den gängigen Grössen von 1 bis 32 Gb. Dazu gibt es noch diverse weitere Speicherkarten-Formate auf die ich hier gar nicht näher eingehen möchte.
Da viele unserer Fotos in sehr grossen Pixel - Dimensionen geschossen werden, sollte eine 1 GB Karte schon das Minimum sein. In jedem Fall rate ich zu einer möglichst schnellen Speicherkarte, da die Einsatzbereitschaft der Kamera nicht unerheblich von dieser abhängt. Das heißt, die Zeit die eine Kamera braucht, um ein Foto auf der Karte zu speichern, bis zu dem Moment in der sie für das nächste Bild bereit ist, hängt auch von der Schnelligkeit der Speicherkarte ab.

Stativ.png

Das richtige Stativ ist eine wichtige Grundvoraussetzung um scharfe und nicht verwackelte Fotos, besonders in der Makro - Fotografie zu bekommen. So ruhig wird eine Hand nicht immer sein, ein scharfes Makro - Foto auszulösen. Zwar haben einige Modelle schon gute technische Lösungen parat um das Verwackeln der Bilder auszugleichen, jedoch wird die Digitalkamera auf einem Stativ meistens das bessere Ergebnis liefern.
Für etwa 40 - 50 €uro sind schon die ersten brauchbaren Stative zu erwerben. Wer etwas mehr ausgeben will, der kauft ein Stativ dessen Grundplatte sich über eine Kurbel verstellen läßt. Manche Fabrikate haben eine kleine Wasserwaage integriert, so das der 110 prozentige Fotograf auch zu seinem Recht kommt.
Alle Stative haben selbstverständlich höhenverstellbare Füsse, die Grundplatte kann in der Neigung sowie in der Drehrichtung stufenlos verstellt werden. Probiert beim Händler aus wie einfach und schnell sich alles einstellen lässt. Die maximale einstellbare Höhe sollte nach meiner Auffassung nicht unter 150 cm liegen

Macro - Fotos

Chelmon Macro.jpg

Einige Kameras sind schon in der Grundausstattung zu recht guten Macrofotos in der Lage. Das bedeutet, dass die minimalste Distanz von der Kamera zum fotografierenden Objekt sehr gering bemessen sein kann. Mit guten Objektiven, lässt sich ein Abstand von 5 cm, mit besseren 1 cm realisieren.
Hier zeigt sich auch wie gut ein Objektiv bzw, die Kamera wirklich ist. Ein richtig gutes Macro zu knipsen wird mit den meisten Billig - Kameras ein fast aussichtsloses Unterfangen bleiben. Die Objektive sind einfach zu schlecht. Da werden dann Bilder online präsentiert, die mit Schärfe nur wenig zu tun haben, diese werden dann auch noch ganz optimistisch als Macro Aufnahme bezeichnet, obwohl es beim besten Willen nur eine Nahaufnahme ist.

Wer nun eine Kamera hat, die über ein sogenanntes Filtergewinde oder eine Schnappfassung (z.B. Canon) verfügt, der hat den Vorteil, dass er sich technische Hilfsmittel anschaffen kann, die ihm bei der Macro - Fotografie wirklich weiterhelfen und Lust auf mehr Fotos machen.

Nahlinse.JPG

Das ganze kann man sehr preiswert gestalten, in dem man sich eine Nah- bzw. Macrolinse zulegt. Diese Linse funktioniert, vereinfacht ausgedrückt, wie eine Lupe. Damit lassen sich kleine Objekte, oder auch Teile davon, formatfüllend abbilden. Diese Linsen gibt es in verschiedenen Stärken, die wie bei einer Brille in Dioptrien angegeben werden. Die stärkste Nahlinse wird mit + 10 Dioptrien geliefert. Allerdings kann man sich mit dieser Linse nicht mehr so nah an das Objekt heranwagen, ohne das es zu unscharfen Bildern kommt. Meine Empfehlung geht zu einer Stärke von + 4 Dioptrien.
In meiner Fotogalerie am Ende der Seite sind fast alle Macro - Bilder mit dieser Nahlinse gemacht worden. Die Linsen sind in verschiedenen Gewindegrößen lieferbar. Hier muss man halt in der Bedienungsanleitung seiner Digitalkamera nachsehen, welcher Gewindedurchmesser der richtige ist.

Kamera-Tubus.png

Einige der Kameras haben einen sogenannte Schnappfassung. Beispielsweise finden wir an einigen Canon - Kompakt Kameras (Powershot - Reihe) diese besagte Fassung. Da muss dann ein Adapter her, der an einem Ende in die Schappfassung passt und am anderen Ende ein Gewinde für die Aufnahme diverser Filter oder Linsen hat. Der Nachteil, erst wieder eine Zusatzteil anschaffen zu müssen, wird von dem Vorteil des schnellen Wechsels aufgewogen.
Den Adapter bekommt man meistens nur als Original vom Kamera - Hersteller. Hin uns wieder gibt es aber auch da einmal baugleiche Adapter anderer Anbieter, welche aber kaum günstiger sind. Anders bei den Nahlinsen. Hier sind die Originale meistens teuer. Andere Hersteller optischer Bauteile, z. B. Soligor oder Hama liefern diese durchaus gleichwertigen Linsen wesentlich günstiger. So ausgerüstet steht uns nichts mehr im Wege, beim nächsten mal wirklich ansehnliche Macros abzuliefern.

Grundsätzliche Tips zu Fotografie am Aquarium

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Der manuelle Weissabgleich :

Über fast jedem Meerwasser - Aquarium befinden sich Lampen mit einem hohen Blauanteil, wie zum Beispiel bei den T5 Röhren. In den Morgen - bzw. Abendstunden sind diese dann während der sogenannten Blaulichtphase für die Beleuchtung zuständig. In dieser Phase kommen nun die Korallen, hervor gerufen durch das blaue Lichtspektrum, besonders gut zur Geltung.

Nun möchte man versuchen diese tollen Farben fotografisch festzuhalten. Dann passiert es sehr häufig, dass der unerfahrene Fotograf das Vorhaben aufgibt, weil die Fotos alle einen extremen Blaustich haben und von den prächtigen Farben nichts zu sehen ist. Auch un vielen anderen Situation werden durch das Kunstlicht die Farben verfälscht. Schuld an dem Problem ist oftmals die Automatik - Einstellung der Kamera. Hier hilft zunächst einmal der Wechsel auf die Programm - Automatik (P) oder den manuellen Modus (M). Dort kann man die Belichtungs - Vorgaben noch auf Kunstlicht oder ähnlichem einstellen, hilft aber meistens nicht viel.


Weißabgleich.png


So wählen wir dann den manuellen Weissabgleich. Um diesen korrekt auszuführen, halten wir die Kamera über eine weisses Blatt Papier und drücken dann die für den Abgleich vorgesehene Taste. Diese Taste ist nicht bei allen Digital -Kameras gleich, schaut bitte in Eure Bedienungsanleitung.

Eventuell solltet man den Weissabgleich unter verschiedenen Lichtquellen wiederholen, jedoch lassen sich meistens die besten Ergebnisse in der Nähe des Aquariums erzielen. Es ist sicherlich etwas umständlicher per Hand einzustellen, nicht jeder Abgleich bringt sofort und immer die besten Farben. Jedoch mit etwas Geduld und Übung kommt am Ende ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis heraus.


--Hausi 18:53, 1. Dez. 2008 (UTC)

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