Strömungspumpen
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Warum Strömungspumpen?
Wozu brauchen wir überhaupt Strömungspumpen in unseren Aquarien?
Nun, die Fische haben es gut; wenn sie etwas fressbares erblicken, dann können sie hinterher schwimmen.
Sessile Wirbellose wie Korallen, Anemonen, Röhrenwürmer u.a. können das nicht. Sie sind daher darauf angewiesen, dass die Strömung ihnen sauerstoffreiches Wasser, Nahrungspartikel, Spurenelemente usw. zuführt. Ausserdem haben sich die Meeresbewohner im Laufe der Evolution so an die permanent vorhandene Strömung angepasst, dass sie sich schlichtweg nicht wohlfühlen, wenn keine Strömung vorhanden ist (selbst wenn zooxanthelle Korallen prinzipiell ohne auskommen würden).
Wie funktioniert eine Strömungspumpe?
(Fast) alle Strömungspumpen funktionieren nach dem Induktionsprinzip; d.h. im Motor befindet sich ein Elektromagnet, der einen Permanentmagneten auf der Motorwelle antreibt. Dieser kann sich entweder direkt am Laufrad befinden (Pumpen mit Direktantrieb) oder über einen zweiten Permanentmagneten das Laufrad antreiben (indirekter Antrieb. Synchronmotoren laufen Drehfeldsynchron, bei der bei uns üblichen Wechselspannung von 50 - 60 Hz also mit 3000 - 3600 U/min.
Arten von Strömungspumpen
ungeregelte Motorpumpen
Ungeregelte Motorpumpen funktionieren wie oben. Ihre Leistung wird nicht durch Drehzahl, sondern ausschließlich durch Form und Größe der Ein- und Ausströmöffnung geregelt. Meist sind diese Pumpen als "Naßläufer" konzipiert. Zwischen Antrieb und Permanentmagnet ist hierbei ein Wasserfilm; die gesamte Pumpe wird untergetaucht betrieben und die gesamte Elektrik der Pumpe ist wasserdicht versiegelt.
Diese Motorpumpen dürfen nicht (z.B. über Schaltuhren) permanent ein- und ausgeschaltet werden, da hierdurch in kürzester Zeit die Antriebseinheiten zerstört werden. Ebenso dürfen diese Naßläufer nicht trocken betrieben werden, da ohne den Wasserfilm die Lager zerstört werden.
regelbare Motorpumpen
Seit einigen Jahren sind nunmehr regelbare Strömungspumpen auf dem Markt. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Pumpen wird hier mit einer vorgeschalteten elektronischen Regelung ein Gleichstrommotormit variabler Drehzahl angetrieben, so dass die Strömungsleistung reguliert werden kann. Viele Modelle haben in zwischen auch Steuerungsmodule, die bestimmte programmierbare Strömungsabläufe an die Pumpe senden. Diese Pumpen sind erheblich teurer als die ungeregelten Modelle. Sie haben aber den Vorteil, dass eine ständig wechselnde Strömung den natürlichen Lebensverhältnissen unserer Aquarienbewohner sehr viel näher kommen als eine permanent gleich starke Strömung aus einer Richtung.
andere Arten von Strömungspumpen
Zu erwähnen wären hier noch die Tauchkreiselpumpen mit Spaltmotor der Firmen Tunze und Fischer. Hier befindet sich nur die Läufereinheit im Wasser; der eigentliche Pumpenmotor befindet sich oberhalb des Beckens. Vorteil dieses Systems ist sicher, dass weniger Wärme ans Wasser abgegeben wird, was insbesondere im Sommer angenehm ist. Nachteil: diese Pumpentechnik ist lauter aus die untergetaucht betriebenen Modelle und daher für Wohnräume nur bedingt geeignet. Ebenfalls noch zu erwähnen sind die Pumpen der Fa. Vortech, bei denen die gesamte Antriebseinheit ausserhalb des Wasser liegt und magnetisch mit dem Propeller im Wasser gekoppelt wird. Hervorragend verarbeit können diese Pumpen große Mengen Wasser umwälzen. Leider sind diese Pumpen nicht gerade billig.
WaveBox
Die WaveBox der Firma Tunze erzeugt keine klassische Strömung, sondern simuliert mit einer speziellen Pumpe und deren Steuerung unter Ausnutzung der Eigenresonanz der Aquarien eine Wellenbewegung des Wassers. Als alleinige Strömungspumpe ist die WaveBox m.E. nach nicht geeignet; sicherlich aber inKombination mit einer klassischen Strömungspumpe. Ob sich diese Technik auf Dauer durchsetzen wird, bleibt abzuwarten
Wieviele Strömungspumpen brauche ich?
Das ist eine Frage, die nur sehr schwer allgemein zu beantworten ist. Als Faustregel sollte man davon ausgehen, dass mindestens das 10-fache des Beckenvolumens pro Stunden umgewälzt werden muss. Bei stärker mit Gestein, großen SPS-Stöcken oder anderen "Hindernissen" versehenen Aquarien kann das 20-fache des Beckenvolumens schon zu wenig sein.
Grundsätzlich sollten alle Bereiche des Aquariums durchströmt werden, so dass keine "Gammelecken" entstehen. Ausserdem sollte man die Strömung so gestalten, dass es Bereiche mit starker und mit eher schwacher Strömung gibt, so dass man seine sessilen Bewohner in der von ihnen bevorzugten Region ansiedeln kann.
Das bekommt man meist mit 2 oder mehr Pumpen besser hin als mit einer Pumpe. Anzustreben ist hierbei eine Ring-Strömung die durch das Aquarium kreist. Hierzu werden zwei Pumpen an den entgegengesetzten Ecken des Aquariums befestigt und erzeugen Strömung in die gleiche Richtung (nicht gegeneinander richten). Es können auch zwei Pumpen in die hinteren Ecken des Aquariums platziert werden und gegen die Mitte der Frontscheibe ausgerichtet werden.
Hier gilt es aber, je nach vorhandenem Aufbau ein wenig herum zu probieren, um eine schöne, gleichmäßige Durchströmung des Aquariums zu erhalten.
In jedem Falle zu vermeiden sind turbulente Strömungen; das hat keiner unserer Bewohner so gerne.
Worauf muss ich beim Pumpenkauf achten?
Ich will hier keine Empfehlung für bestimmte Hersteller abgeben. Achtet beim Kauf darauf, dass die Pumpe meerwassertauglich ist. In keinem Fall dürfen Teile verbaut sein, die im Salzwasser rosten. Kunststoffummantelte Motoren mit Keramikachse haben sich in der Praxis als robust und langlebig erwiesen. Die Pumpe sollte auch eine möglichst breite Austrittsöffnung haben (im Gegensatz zu Förderpumpen wollen wir ja keinen Höhenunterschied überwinden), da bei zu kleiner Austrittsöffnung am Rand des Strömungsaustritts starke Scherkräfte auftreten, die empfindliche Wirbellosen schädigen können. In den letzten Jahren hat es gerade in diesem Breich durch neuartige Designlösungen insbesondere durch die Firmen Tunze und Hydor erhebliche Fortschritte gegeben.
Beachtet auch den Stromverbrauch! Hier gibt es bei gleicher Strömungsleistung durchaus erhebliche Unterschiede. Und da Strömungspumpen 24 Stunden am Tag laufen, macht sich das im Jahr durchaus bemerkbar.
Wartung
Moderne Strömungspumpen sind sehr wartungsarm und müssen nur 1-2mal im Jahr auseinandergenommen und gereinigt werden. Vorsicht: Keramikachsen sind spröde und haben die Tendenz, bei der Reinigung Samstag nachmittags kurz nach Ladenschluss kaputt zu gehen! Ansonsten ist während des Betriebs nur der Ansaugbereich regelmäßig sauber zu halten, da ansonsten Unterdruck im Ansaugbereich entsteht und die Pumpe durch die sog. Kavitation zum einen erheblich lauter im Betrieb wird, zum anderen aber auch Schäden davon tragen kann. Pumpen, die in regelmäßigen Abständen kleine "Wolken" aus feinsten Bläschen erzeugen, müssen sofort gereinigt werden.
Und auch bei sorgfältiger Pflege müssen die Läufergruppen irgendwann mal ausgetauscht werden. Das merkt man aber daran, dass die Pumpen lauter werden :-) Bei guten Markenherstellern ist aber das Austauschen der Läufereinheit kein Problem.
--Achim 17:57, 3. Jun. 2009 (UTC)
