Sepia bandensis
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Stumpfdorn Sepia
- Herkunft: Indonesien,Philipinien
- Größe: bis ca 10 cm
- Futter: Lebendfutter (Garnelen, Krebse und kleinere Fische),
- Beckengröße: ab 70 Liter
Nils:
Die Haltung von Kopffüßer und gerade von Sepien ist in Deutschland noch ziemliches Neuland. Dies liegt wohl auch daran,das Sepias eher selten im Handel erhältlich sind und diese nicht gezielt importiert werden. Gelegentlich jedoch kann man dennoch sog. Eiertrauben im Handel finden, welche in der Regel aus ca 7-15 Eiern bestehen.
Sepias sind aktive Jäger und fressen am liebsten Lebendfutter. Sie werden oft als Vielschwimmer charakterisiert, was ich bisher aber nicht beobachten konnte. Aufgrund ihrer Lebensweise kann man die Grundlagen der Haltung ablesen:
Sepien bedürfen unbedingt eines Artenbeckens. Alle anderen Tiere, die entweder kleiner oder sogar bis zu doppelt so groß sind, werden gefressen, wirklich alle. Krebse, Garnelen, Krabben und Fische. Einzig Einsiedlerkrebse oder Stachelhäuter bleiben verschont. In den USA gibt es die ersten Versuche, Sepien mit größeren und friedlichen Fischen zu vergesellschaften, welches sich bisher recht positiv anhören.
Ich pflege mittlerweile nur noch ein Exemplar des Sepia bandensis, einer kleinen tropischen Sepia Art, die selten mehr als 10 cm groß wird. Als Aquarium für 1 Exemplar genügt ein Becken ab 70 l aufwärts, für 5-8 Tiere sollte man aber mindestens 300 l zur Verfügung stehen haben, da die Männchen untereinander ein aggressives Verhalten zeigen können.
Mitbewohner in einem Sepiabecken können fast alle Arten von Korallen sein. Anemonen jedoch sollten nicht mit den Sepias zusammen im Artenbecken gepflegt werden, da sie durch ihre Nesselkraft die empfindliche Haut der Sepias verletzen können sowie Azoas, denn durch ihre Fütterung kann das Wasser noch zusätzlich belastet werden. Ansonsten hatte ich keine Probleme mit SPS, LPS, Krusten- und Scheibenanemonen sowie Gorgonien und Röhrenkorallen. Andere Lebewesen sollten unbedingt über eine Verteidigung verfügen, Schneckenhäuser, sehr starke Panzer oder Stacheln, Denn alles was nicht mehr als doppelt so groß ist wie die Sepie, kann in ihr Beuteschema fallen. Sepien stellen ansonsten keine anspruchsvollen Bedingungen an das Wasser, es sollte einfach nur so sauber sein, dass es als Riffaquarium läuft. Also PO 4 < 0,1mg/l, NO3 < 50mg/l und so weiter. Temperatur bei 24°-27°C Salinität bei 1,023, wirklich die Werte, die man zur Pflege von den meisten Tieren braucht.
Auch die Technische Einrichtung braucht nicht extra auf die Sepien zugeschnitten werden. Sepien sind tolerant gegenüber starkem Licht und hoher Strömung, wobei aber auch stömungsarme Flecken vorhanden sein müssen, damit sich die Sepien ausruhen können. Sehr wichtig hingegen wäre allerdings ein leistungsstarker Abschäumer, denn die Sepien sind wahre Vielfresser.
Futter: Gefüttert werden müssen die Sepien jeden Tag, sie nehmen eine Vielzahl von Nahrung auf, bevorzugen jedoch in erster Linie Lebendfutter, aber mit Training und geduld auch gefrohrenes Ersatzfutter. Die Futtertiere müssen in jedem Fall aber an einem Stück sein. Gefüttert werden können: Garnelen, Krebse und kleinere Fische. Ich füttere vor allem Stichlinge und Palaemon sp. aus dem Fachhandel, Stichlinge kann man im Sommer an so gut wie allen Flüssen fangen. Meine Sepie frisst 10-15 kleine Garnelen oder 1-3 Stichlinge und das jeden Tag. Das Futter sollte also schon eine gute Größe haben, ansonsten ist es finanziell sehr sehr kostspielig.
Nachzucht: Die Nachzucht soll eigentlich sehr einfach sein. Sepia bandensis stirbt anders als die meisten Sepien nicht nach der Eiablage, sondern legt ab dem 4ten Monat an regelmäßig Eier, bis zu 200 Stück in einem Leben. Ich habe leider noch keine Erfahrungen mit der Nachzucht gemacht. Die Aufzucht der Jungtiere aus dem Ei ist eine Herrausforderung für sich, gefressen werden Mysis oder Flohkrebse und das reichlich. Man sollte sie bis zu einer Größe von 3-4cm unbedingt in einem seperaten Aufzuchtbehälter OHNE Technik halten, so kann man sicherstellen, dass sie fressen und es besteht keine Gefahr, dass die Babies in irgendwelche Geräte klettern.
Die Lebensspanne von allen Kopffüßern ist leider sehr kurz, bei Sepia bandensis beträgt sie gerade mal 12-18 Monate."
--Thomas 19:26, 28. Jul. 2009 (UTC)
